Kosten - Die Wirtschaftlichkeit von Autogas
Als "Autogas" bezeichnet man zum Gebrauch in Verbrennungsmotoren vorgesehenes Flüssiggas, das zumeist Propan, Butan oder deren Gemische enthält. Bereits in den 1970er Jahren wurde Flüssiggas in italienischen Ottomotoren eingesetzt, wo es bis heute sehr verbreitet ist. In Deutschland wird Flüssiggas bis Ende 2018 lediglich mit 9 Cent pro Liter besteuert, weshalb die Zahl der umgerüsteten PKWs jährlich wächst. Ein Liter des Kraftstoffes kostet zur Zeit zwischen 50 und 75 Cent, getankt werden kann an etwa 3000 Tankstellen verteilt im gesamten Bundesgebiet. Auch im öffentlichen Personennahverkehr ist der Einsatz von Flüssiggas bereits verbreitet, in Wien fahren seit vielen Jahren fast 600 Stadtbusse mit diesem alternativen Kraftstoff. Allerdings darf das "Liquefied Petroleum Gas" nicht mit anderen Kraftstoffen wie komprimiertem Erdgas oder Flüssigerdgas verwechselt werden.
Insgesamt verbrennt Flüssiggas erheblich umweltfreundlicher als herkömmliche Kraftstoffsorten. Die CO2-Emissionen werden um etwa 15% gesenkt, zudem halbiert sich der Ausstoß an unverbrannten Kohlenwasserstoffen. Der geringe Ausstoß an Stickoxiden trägt dazu bei, das beispielsweise Flüssiggas- Gabelstapler anders als Diesel-Gabelstapler in geschlossenen Räumen fahren dürfen. Desweiteren ist das Flüssiggas chemisch besser verwertbar als beispielsweise Dieselkraftstoff. Bereits bei niedrigen Temperaturen wird der Kraftstoff vom Katalysator aufgenommen und umgesetzt.
Die Umrüstung eine Kraftwagens auf Flüssiggas kann als relativ unkompliziert angesehen werden. Die Kosten schwanken bei einem Fahrzeug mit Ottomotor zwischen 1500 und 3500 Euro, vor allem die Zylinderzahl, die Leistung und die gewünschte Stufe der Abgasnorm spielen dabei eine große Rolle. In der Regel kann eine Flüssiggasanlage, die leer circa 40 Kilogramm wiegt, an drei verschiedenen Stellen im Auto installiert werden. Zum einen ist es möglich, das Reserverrad auszubauen und den Tank in die Reserveradmulde einzubauen. Je nach Automodell passen zwischen 40 und 90 Liter in den eingebauten Tank, das Reserverrad ersetzt man dann durch ein Pannenspray. Größere Tanks müssen dagegen entweder im Kofferraum oder im Unterflurbereich angelegt werden. Im Großen und Ganzen kann jedoch gesagt werden, dass für eine Umrüstung nicht extra ein Kredit oder ähnliches aufgenommen werden muss.
Wer im Jahr nur wenige Tausend Kilometer im Auto zurücklegt, sollte eher auf einen sparenden Benzinmotor setzen. Interessant ist eine solche Lösung vor allem für Autofahrer, die mindestens 15000 Kilometer jährlich zurückliegen. Allerdings gilt es zu beachten, dass die Tankstellendichte in ländlichen Gegenden noch nicht ausreicht.